Freunde deutscher Prosa

Im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Sebastian Ortner wird meist auf seine Referententätigkeit beim Verein „Dichterstein Offenhausen“ hingewiesen.

Doch worum handelt es sich bei diesem Ende 1998 behördlich aufgelösten Verein eigentlich?

Namensgebend ist dieses Denkmal in Offenhausen bei Wels, der „Dichterstein“…

dichterstein

Der Verein wurde 1963 vom NS-Propagandisten Josef Hieß, einem „Glasenbacher“ gegründet.

„Glasenbacher“ bezieht sich das auf das ehemalige Internierungslager der Allierten „Glasenbach“ in Salzburg.

Dort interniert waren, bis 1948, Nationalsozialisten, insbesondere solche die während der NS-Zeit schwere, strafrechtlich relevante Verbrechen begangen hatten.

„Glasenbacher“ wurde somit auch ein Synonym für ehemalige Nationalsozialisten in der Nachkriegszeit.

1963 begann auch der Bau des Denkmals, auf welchem über 400 Namen von deutschnationalen, reinrassigen Dichtern zu finden waren, desweiteren stand über dem Eingangstor: „Wer den Geist verrät, verrät sein Volk“.

Quasi ein Mahnmal, dass auf den Verfall der deutschen Kultur hinweisen sollte.

Bei den jährlichen Treffen, die Ritualcharakter hatten, referierten unter anderem Andreas Mölzer, der sich bereits 1992 an dem Begriff „Umvolkung“ die Fingern verbrannte, Gerd Honsik, der sich als Holocaust-Leugner einen Namen machte, und Ewald Althans, einer der bekanntesten deutschen Neonazis Anfang der 1990er. In der Dokumentation „Wahrheit macht frei“ aus dem Jahr 1991 antwortet er auf die Frage „War Hitler perfekt?“ mit „Verglichen mit allen anderen Menschen, war er der perfekteste!“

Sebastian Ortner hat in den Jahren 1989 und 1995 referiert.

1986, 1988, 1993 und 1994 referiert und 1988 die Ehrennadel des „Vereins Dichterstein Offenhausen“ erhalten hat…

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Der Rechtsanwalt Dr. Gerhard Staudinger war von 1996 bis 1998 Sekretär des damaligen FPÖ-Klubobmannes im Parlament, Ewald Stadler.

NEWS berichtet 2006, dass bei einer Hausdurchsung, im Jahr 1998, „wegen Verdachts der Finanzierung rechtsextremer und nationalsozialistischer Aktivitäten, sowie Verbreitung von Büchern mit rassistischem, nationalsozialistischem und den Holocaust leugnendem Inhalt“, folgende „Literatur“ gefunden wurde…

Die Ausschwitz-Lüge

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Das Holocaust-Syndrom

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Deutschland erwache

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…und außerdem ein „Hitlerbild im Holzrahmen“!

Die Ermittlungen wurden eingestellt, Staudinger fand sich als Mitarbeiter unter Stadler wieder, der nun Präsident der FP-Akademie war.

Staudinger ist heute auch noch für das FPÖ-Bildungsinstitut tätig, als Leiter des Archivs, weil er, wahrscheinlich, so gerne alte Bücher aufhebt…

archiv

Als der jetztige Abgeordnete der FPÖ im Europaparlement, Franz Obermayr, in Linz Vizebürgermeister war, war Gerhard Staudinger als Jurist in dessen Büro angestellt.

Für die Landtagswahl 2009, in OÖ, kandidierte Dr. iur. Gerhard Staudinger auf Platz 6 der FPÖ-Liste…

Landtag

Für die Gemeinderatswahl in Linz 2009 kandidierte Dr. iur. Gerhard Staudinger auf Platz 120 der FPÖ-Liste (immerhin einen Platz vor Kurt Unterrainer, dem mutmaßlichen Ex-VAPO-Mann im Büro von Detlef Wimmer)…

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Dr. Gerhard Staudinger ist auch Schriftführer der FPÖ Linz Ortsgruppe Linz-Süd, deren Obmann Werner Pfeffer ist, Mitglied der rechtsextremen Burschenschaft Arminia Czernowitz

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Schriftführer war er aber auch, von 2003 bis 2007, beim Österreichableger des rechtsextremen Witikobundes.

Und das führt uns wiederrum zu einem der stellvertretenden Vorsitzenden des WBÖ (Witikobund Österreich), das ist seit 2007…

kleinacker

Horst-Rudolf Übelacker, hier in den Farben der Akademischen Sängerschaft „Nibelungen zu Linz“, seines Zeichens auch Gemeinderat der FPÖ in Linz und Mitglied der Bezirksparteileitung der FPÖ in Linz

Der hätte letzten Herbst beinahe seinen Sitz im Gemeinderat verloren, doch was war passiert?

Übelackers Name war in der Einladung zu einem Lesertreffen der neonazistischen Zeitschrift „Volk in Bewegung – Der Reichsbote“ aufgetaucht, genauer gesagt war er als Referent gelistet. Laut Eigenaussage war er zwar eingeladen worden, hatte aber nicht zugesagt und hatte auch gar keine Ahnung, um was es da eigentlich geht.

Sebastian Ortner hat damals gesagt…

„Das Maß ist voll, hier muss eine Trennlinie her.“

denn…

„An der Gruppierung ist nichts schön zu reden.“

Na, wenn gerade er das sagt, dann muss es ja stimmen, kennt sich ja aus.

Auf jeden Fall hat Übelacker dann zugesagt nicht teilzunehmen, nachdem man mit im ein bisschen gesprochen hat, somit war alles wieder gut!

Thorsten Heise, Herausgeber von „Volk in Bewegung – Der Reichsbote“ reagierte auf dem Postweg…

„Wir bitten darum, nicht in jedes von der Systempresse vorgehaltene Horn zu stoßen. Der ehrlich um das Wohl Deutschlands und Europas besorgte FPÖ Kamerad Horst Übelacker hält bei uns lediglich einen Vortrag, Kriegsverbrechen, Morde und Verbrennungen jeder Art sind bei unserem Lesertreffen nicht geplant. Und heimlich hört ihr doch auch die schönen Lieder unseres Frank Rennicke. Wünscht euch lieber einige Mitstreiter mehr vom Format Horst Übelackers, dann geht es bei euch auch besser.“

Und Manfred Haimbuchner, der Landesparteiobmann der FPÖ OÖ, der am rechten Rand aufräumen wollte, der ist auch stellvertretender Vorsitzender des WBÖ, beziehungsweise müsste jetzt eigentlich Haimbuchner oder Übelacker Vorsitzender des WBÖ sein, denn der eigentliche Vorsitzende, der Ex-Gemeinderat der FPÖ in Linz, Robert Hauer, sitzt ja wegen Waffenhandel im Knast.

Herr Haimbuchner, besprechen Sie das doch mal mit Ihrem persönlichen Referenten, Mag. Erik Spinka (rechts außen mit Aktentasche)…

spinkahaimbuchner

…der heißt doch mit vollem Namen Erik Bernd Otto Spinka, nicht wahr, und stammt aus St. Pölten. Das wissen wir, weil wir seine Diplomarbeit gelesen haben, die fanden wir nämlich auf Metapedia, der Wikipediaversion für Nationalsozialisten.

Und der WBÖ, dessen stellvertretender Vorsitzender Sie sind, wurde der nicht von einem Ing. Otto Spinka, der in St. Pölten mit seiner Frau eine Druckerei betrieb, gegründet?

Zumindest zeigen beide Initiative für die Sudetendeutschen, Erik Spinka war immerhin 2003 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Jugend Österreichs.

Aber ob Sie nun den Enkel des Mannes, der den weit rechts angesiedelten Verein gegründet hat, dem Sie stellvertretend vorsitzen, als persönlichen Referenten im Vorzimmer sitzen haben, dass müssen Sie ihn dann selber fragen, denn wir müssen gestehen, dass wir es nur vermuten!

 

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2 Antworten zu Freunde deutscher Prosa

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