An Tagen wie diesen…

…fällt es uns schwer, uns klar zu positionieren, denn die heutigen Ereignisse rund um den ersten Akademikerball sind eigentlich nur beschissen gelaufen.

Viele werden jetzt erwarten, dass wir im stillen Kämmerlein sitzen und uns diebisch darüber freuen, dass die Burschenschafter so richtig ihr Fett weg bekommen haben.

Tun wir aber nicht! Warum? Weil uns Demokratie wichtig ist.

Besagte Demokratie sichert uns allen das Recht gegen Dinge wie den Akademikerball zu demonstrieren, aufzuzeigen, dass uns etwas nicht gefällt.

Wie wir verfolgen konnten, passierte dies auch bis zu einem bestimmten Punkt friedlich.

Als es jedoch darum ging den Ballbesuchern den Zutritt zur Hofburg zu verwehren, schienen die Dinge etwas aus dem Ruder zu laufen.

Versteht uns nicht falsch, wir lehnen die FPÖ und ihre Ideologie genauso ab, wie wir die Burschenschaften und ihre Ideologie ablehnen, aber nichts desto trotz handelt es sich dabei (leider) nicht um behördlich verbotene Organisationen.

Menschen, egal welcher Gesinnung, in Lokalen quasi zu belagern und sie am Verlassen desselbigen zu hindern, mag für die eine Seite ja recht lustig sein, aber man trifft damit auch Personen die vielleicht gar nichts mit der Sache zu tun haben.

Auf vielen Fotos war auch klar erkennbar, dass das Vermummungsverbot nicht eingehalten wurde. Teilnehmer einer angemeldeten Demonstration sollten das nicht nötig haben.

Eier, Stinkbomben, Farbbeutel und ähnliches mögen eine Person nicht verletzen, aber auch das sollte nicht Teil einer Demonstration sein.

Das Traurige an der Sache ist einfach, dass diese Aktionen den ganzen, wahrscheinlich zu 99% friedlichen Widerstand in den Dreck ziehen.

Was bleibt sind diese Momentaufnahmen die von den Betroffenen subjektiv als bedrohlich wahrgenommen wurden und dementsprechend geschildert.

Und da müssen wir klar sagen, dass das vorhersehbar war, betrachtet man die mediale „Vorbereitung“ des Balles. (Siehe unser Artikel)

Die FPÖ hat sich quasi eine „self fulfilling prophecy“ zusammengeschustert, die von einigen, tschuldigung, VOLLIDIOTEN erfüllt wurde.

Was die Exekutive betrifft, die hat ordentlich verkackt. Wir beobachten die Demos schon einige Jahre und auch heuer wieder hat sich gezeigt, dass sich die großen Demos in kleinere zerstreuen und sehr mobil sind.

Und wieder einmal rasen die Bullen, tschuldigung, rast die Exekutive wieder einmal plan- und hirnlos durch die Stadt. Nebenbei legt man noch ganze Bezirke lahm.

Wenn dann auch noch Beamte auf offener Straße folgende Aussage gemacht haben sollen, dann wundert uns gar nichts mehr…

„Wir sind derzeit führungslos und haben keinen Plan. Wir sollen nach jemandem mit goldenen Streifen auf der Uniform Ausschau halten. Vorher geht gar nichts.“

Wir gratulieren, denn der Effekt dieses Disasters ist, dass sich die FPÖ einmal mehr als Opfer präsentieren kann und somit bei Bürgern deren politisches Interesse bis zum eigenen Gartenzaun reicht, mit der „Robin Hood“-Nummer profilieren können.

Die Prognose für nächstes Jahr sieht dementsprechend aus, aber lassen wir Gruppenkommandant Revierinspektor Hannes Stiehl zu Wort kommen, FPÖ-Gemeinderat in Breitenfurt und AUF-Funktionär, bekannt geworden durch seine tollen Dienstfotos

stiehl

Stiehl bezieht sich hier auf ein Posting des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Christian Höbart, Alter Herr der pennalen Burschenschaft Tauriska zu Baden.

Sollte sich jemand fragen was denn eigentlich ein „Teleskopdingsbumsaumacher“ ist, der sieht so aus und heißt eigentlich Teleskopschlagstock…

teleskopdingsbumsaumacher

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6 Antworten zu An Tagen wie diesen…

  1. Mahiat schreibt:

    Ich bin sehr ähnlicher Meinung und sehe in dieser Frontenverhärtung, die mit diesen Geschehnissen einhergeht, eine Stolperstein für jedwede Form vernünftiger Politik.
    http://nachtliteratur.wordpress.com/2013/02/02/zu-politischen-tanzen/

  2. Deviance schreibt:

    Ich kann mir vorstellen, dass viele Vermummten aus Angst vor Verfolgung dieses Mittel setzen. Staatliche Repression findet statt (siehe §278a-Prozess) und wenn Profile erstellt werden, wer wann wo auf welcher Demo war, ist es aus meiner Sicht nachvollziehbar, sich zu vermummen.
    Demokratie bedeutet auch, dass ich mich in gewissen Dingen immer einer Mehrheit unterzuordnen habe. Das setzt der Staat auch durch sein Gewaltmonopol durch. Wenn nun diese Mehrheit beschließt, dass die Menschenrechte nicht mehr gelten, was dann?

  3. Pingback: #nowkr – Reaktionen zur Gewaltdebatte - über.morgen

  4. stiller beobachter schreibt:

    Radikale Deutsche zum „Demonstrieren“ importieren, Betagte Herren ungut in der Masse angehen, mit Bier und Glasflaschen nach Menschen schmeißen, Verängstigte Frauen mit Alkohol überschütten und ins Gesicht spucken…. Die Antifa hat sich diesen Freitag selbst einen Bärendienst erwiesen.

  5. a@a.at schreibt:

    kenne ca 10 leute die genau wegen dieser abscheulichen menschenjagt bei der wahl das erste mal die fpö wählen werden. wie muss man eigentlich seine gedanken verdrehen um selbst für alles und jeden toleranz zu fordern und dann selber massivt und tätlich gegen personen vorzugehen, die anderere meinung sind? bestimmt ihr was toleriert werden muss und was nicht? möchte mal eure reaktion hören, wenn zb gegen eine veranstaltung der grünen so vorgegangen wird und gewählte abgeordnete attakiert würden. 14 tage medienhetze wären garantiert, aber ihr dürft das ja anscheinend. schöne linke gedankenwelt. ps: danke für die wahlwerbung 🙂

  6. Puritsche schreibt:

    Nach diesem, euren Blogeintrag hab ich euch gleich noch viel mehr lieb.

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