Das Ende jeglicher Vernunft

Heute Abend findet in der Hofburg der erste Akademikerball statt, der Nachfolger des WKR-Balls.

Wie die Jahre zuvor sind auch heuer wieder Gegenveranstaltungen geplant.

Spannend ist wie im Vorfeld die Stimmung aufgeheizt wird. Ein besonderes Gustostückerl ist dieser Artikel des Kurier vom 30. Jänner.

Ein Verfassungsschützer, der nicht namentlich genannt werden will, hat dabei etwas aus dem Nähkästchen geplaudert…

„Den Aussagen folgend wird der Widerstand gegen den Ball initial durch deutsche Anarchisten organisiert, die auch vor folgendem nicht zurückschrecken…

Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass der Asylwerbermarsch Teil einer Operation gegen den Akademikerball war. So hätte das in der Zwischenzeit von der Polizei geräumte Protestcamp als Aufmarschbasis gegen den Ball dienen sollen.“

Harald Vilimsky, Nationalratsabgeordneter der FPÖ, Mitglied der Burschenschaft Olympia, greift das natürlich auf und meint in einer Presseaussendung

„Mittlerweile ist sogar belegt, dass die Asylproteste der Vorbereitung auf die geplanten
Ausschreitungen gegen den heutigen Akademikerball dienen sollten“

Der „Beleg“ scheint die Aussage eines anonymen Verfassungsschützers zu sein. Aber wen wundert das Vilimsky so etwas für möglich hält, instrumentalisiert doch die FPÖ seit Jahren Asylwerber für ihre Zwecke.

Wo der Eine seine „Belege“ bezieht, ortet ein Anderer gar schier Unglaubliches.

Hans-Jörg Jenewein, Bundesrat der FPÖ, Mitglied der Burschenschaft Silesia hat eher ein Problem damit, wenn der Kurier etwas veröfflentlicht, wie er in einer Presseaussendung zum Besten gab…

„Die Wiener FPÖ hat die Polizei davon in Kenntnis gesetzt, dass der Kurier in seiner heutigen Ausgabe auf Seite 17 die Adressen von drei gefährdeten Häusern von Studentenverbindungen in Wien veröffentlicht und damit zu einer weiteren Verschärfung des Klimas beigetragen hat. Für alle nicht ortskundigen Personen wurde gleich eine Stadtkarte, wo und wie man die Häuser erreichen kann, mitgeliefert.“

Unglaublich, nicht wahr? Aber wir haben etwas viel Erschreckenderes gefunden, davon sollte man die Polizei in Kenntnis setzen.

Ein sogennanter „Wiener Korporation-Ring“ hat nämlich auf seiner Website, tschuldigung Heimseite, die Adressen sämtlicher Wiener Korporationen veröffentlicht.

Die Seite ist leicht zu finden und steht somit den Tausenden deutschen Berufsanarchisten zur Verfügung!

Vilimsky fragt sich ja warum Innenministerin Mikl-Leitner diese überhaupt einreisen lässt.

Weil es vielleicht die Busladungen von Anarchisten gar nicht gibt?

Auch letztes Jahr sollen ja schon hunderte Deutsche beteiligt gewesen sein, trotz angestrengter Recherche fanden wir aber keine Zahlen dazu. Die Wiener Polizei ist sonst sehr akribisch, wenn es darum geht wieviele, weswegen angehalten oder verhaftet wurden. Von angehaltenen oder verhafteten deutschen Staatsbürgern fanden wir allerdings nichts.

Mit diesem Märchen erreicht man nur, dass die Meinung ensteht, dass es in Österreich gar keinen nennenswerten Widerstand gegen den Ball gibt.

Zwar fordert die FPÖ immer wieder direkte Demokratie, wenn ihr jedoch der Wind einer der basalsten Formen der Demokratie, nämlich der Demonstration, ins Gesicht schlägt, dann versteckt man sich hinter der Opferrolle.

Wir warten schon gespannt auf eine „Wir sind die neuen Juden!“-Meldung.

Ergebnis dieser ganzen Farce ist eine aufgeheizte Stimmung, die hoffentlich nicht eskaliert.

Wir möchten jedem Teilnehmer einer der Gegendemonstrationen raten sich nicht provozierend zu verhalten, denn wenn man den Beamten der Polizei bei den Einsatzbesprechungen das erzählt, was nicht namentlich genannte Verfassungsschützer absondern, dann steht jeder unter Generalverdacht.

Die Rechtshilfenummer ist hier zu finden, mit wasserfestem Stift am Besten auf den Arm schreiben.

Jeder Verhaftete hat in Österreich das Recht auf zwei erfolgreiche Telefongespräche!

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4 Antworten zu Das Ende jeglicher Vernunft

  1. Neuromancer schreibt:

    Ich hab da mal was zu den „Berufsdemonstranten“ geschrieben:
    http://ichbinterrorist.blogspot.com/2013/02/berufsdemonstranten.html

  2. Pingback: An Tagen wie diesen… | bawekoll

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